Donnerstag, 29. November 2007

DB - Vorbild im Nichtraucherschutz?

Ja, das war sie. Bot sie doch seit Jahrzehnten Raucher- und Nichtraucherabteile an.
Beide geschlechterübergreifende Spezies wurden friedlich getrennt, ihrer eigenen Entscheidung überlassen und belästigten einander niemals.
Ein im Nichtraucher Rauchender entlarvte sich selbst als Asozialer und versuchte das nur einmal.
Heute hingegen werden alle Reisenden als Nichtraucher deklariert.
Daß den Rauchern ihre Gepflogenheit oder ihr Laster angelastet wird, hat sich halt durchgebrüsselt. Fünf Milliarden Euro läßt sich die EU die Subventionierung des Tabakanbaus jährlich kosten.
Und 37 Mrd. Euro kassiert uns Peer (Peer Export war mal eine Zigarettenmarke) jährlich. Wenn die Raucher nicht mehr rauchen täten, au weia!
Aber zurück zur Bahn, vormals Hüterin des Nichtraucherschutzes, bevor jemand den Terminus "Passiv-Rauchen" erfand...
Die zähneknurrend eingerichteten Gelbkreuz-Areale für Raucher auf den Bahnsteigen motivieren Rauchende zum Hyper-Konsum.
Sie inhalieren ein Mehrfaches dessen, was sie in ihren angestammten Raucherabteilen genossen hätten.
Nach dem Fünf-Minuten-Halt haben sie demnach einen alarmierend hohen Nikotingehalt in ihrer Ausatmungsluft. Sie mischen sich unter die Nichtraucher und atmen. Ein und aus. Das Ein sei gestattet. Aber das Aus bringt die Probleme. Sie exhalieren nikotinbelastetes CO zwei.
Da man ihnen auch ständiges Husten nachsagt, emittieren sie Aerosole, die grenzwertüberschreitende Werte erahnen lassen.
Aber die Bahn hat andere Sorgen zurzeit. Sie möchte sich als Braut schön machen für die Börse.
Wenn die Freier aber ihre Börse nicht aufmachen, kann es daran liegen, daß sich die Bahn zu nuttig verkaufen will.

Denglisch-Wiedergutmachung aus Bayern? Auch nicht...

Wieder einmal in Lindau, um meiner Liebsten den Abschied zu erleichtern.
Am 26.11. holte ich mir morgens um 07.00 Uhr aus der Bäckerei-Filiale im Bahnhof einen Mitnehm-Kaffee ("Coffee to go"), da ich dazu eine Pfeife rauchen wollte.
Ich trug den Becher in die Dunkelheit, stellte ihn auf ein Mauer-Gesims zwischen Bundesbahn- und Busbahnhofsgelände, setzte die Füllung meiner Pfeife in Brand und glaubte, im flackernden Licht des Feuerzeugs auf dem Becher zu lesen: "Kaffee, geh 'naus".
Hocherfreut begann ich, das wohlschmeckende Getränk zu genießen und entwarf ein Dankschreiben.
Es wurde heller, ich sah klarer und wurde also desillusioniert.
"Kaffeegenuss" stand auf dem Becher...
Aber dieser kurze virtuelle Kontakt mit möglicher Sprachheilung tat mir wohl...