Dienstag, 20. November 2007

Mißtrauen ist gut - Kontrolle ist optimal

Daß die Regierung dem Souverän mißtraut, ist offensichtlich.
Daß Letzterer ersterer mißtraut, ist Bürgerpflicht.
So haben einige Autofahrer die Filiale der Regierung (Bundesverfassungsgericht) bemüht, ihr (noch) grundgesetzlich verbrieftes Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu sichern.
In Schweflig-Holzbein zum Bleistift sammelt die Polizei auf Vorrat an vielbefahrenen Orten Nummernschilder von Fahrzeugen, die digital gespeichert und dann mit Karteien abgeglichen werden. Zur Prävention, freilich. Zur Aufklärung ungeklärter Fälle, klar. Zur Sammlung eventuell einmal zu verwertender Daten. Nein!!!
Hier hört der Spaß auf, den sich unsere Politiker mit uns erlauben.
Der Kabarettist Dieter Nuhr sagte in seiner Sendung "Wer's glaubt, wird selig": "Ich lasse mich gerne verarschen. Aber ich verlange, verdammt noch mal, daß man sich dabei Mühe gibt!"
Und diese Mühe hat unsere Regierung (ob nun Landes- oder Bundes- , ist irrelevant) nun an ihre Filiale outgesourced, sourced-out oder wie auch immer. Siehe "Denglisch retour"...

Wer lokt wen auf den Prellbock?

Zu unbestimmter Zeit an unbekanntem Ort sollten sie sich heute treffen, Bahn- und Lokführer-Chef. Ersteren habe man heute aus einem Lokal kommen sehen, meldete N24. Von Letzterem keine Spur.?
Wie verstehen wir das? Es kommt gelegentlich vor, daß jemand eine Kneipe verläßt, ohne daß ihm jemand folgt. War der Bahn-Boss harten Muts und zeigte seinem Kontrahenten, wo die Glocken schellen? Ließ einer den anderen am Prellbock zerschellen, oder wurde etwas abgepuffert?
Fragen über dieselben.
Die Bahn habe kein Angebot gemacht, so verläutete es. Stillstand in den Gesprächen könnte den geplanten Stop der Zugmaschinen symbolisieren, der dann eventuell den Schienen Flugrost androht.
Der Plan, DB börsenreif zu mästen, könnte scheitern wie weiland Hänsel und Gretels Trick, der Hexe immer nur ein dürres Stöckchen zu reichen, wenn sie durch die Gitterstäbe hindurch testen wollte, ob Hänsels Finger schon die Schlachtreife signalisierten.
Freilich war die Hexe kurzsichtig und fiel auf den Trick hinein.
Heute ist Kurzsichtigkeit durch Augenoptik, operative und Laser-Technik (Liebe Laser und Laserinnen!) gut zu beheben.
Was also ist Hemmnis bei der Bewältigung des Problems?
Das Problem als solches.
Die Bahn ist immer noch in Bundesbesitz. Aber eigentlich gehört sie uns allen, da wir jahrzehntelang ihr Milliardendefizit mit unseren Steuern ge- und abgetragen haben.
Sie soll jetzt - nach guter Münte-Heuschrecken-Manier - verschlankt und für Spekulanten attraktiv gemacht werden. Was dabei stört, ist der arbeitende Pöbel.
Daß die deutschen Lokführer nur die Hälfte dessen verdienen, was ihre Kollegen in Italien, Frankreich oder der Schweiz nach Hause bringen, ist ein Faktum.
Daß die GDL 31% auf ihre Fahnen schrieb, ist zunächst ein Iucundum (ein Scherz) gewesen, nachdem sich die Oberen 62% Erhöhung genehmigt hatten. Quasi ein Friedensangebot nach dem Motto: "Wir begnügen uns mit der Hälfte."
Ich hoffe, DB möchte nicht auf Rudis Resterampe verramscht werden, wenn sie denn noch an der Börse punkten möchte.
Und außerdem möchte ich am Wochenende meine Liebste im Süden besuchen und nicht zähneklappernd auf einem Bahnsteig übernachten müssen...