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Dienstag, 12. Dezember 2023

Durchlauferhitzer...

...  für den Stromzähler.

Hohe Vorlauftemperatur, geliefert von einer Wärmepumpe "für Bestandsbauten" mit geringer oder gar keiner Dämmung bedeutet Marathon-Training für den Stromzähler.


 

Dienstag, 15. Juni 2021

Der Krug geht so lange zum Munde, bis er bricht

 

Der Krug geht so lange zum Munde, bis er bricht


Damals, als ich meine Sprachspielereien begann und die Sprüche durcheinander wirbelte, habe ich auch diesen verändert und gesagt:

"Der Krug geht so lange zum Munde, bis man bricht."

Du hast die Stirn gerunzelt, den Kopf geschüttelt, aber auch ein wenig gelächelt, glaube ich.

Hat denn nicht einer mit dem anderen etwas zu tun?

Mit dem Krug und seinem Inhalt ist doch Saufen gemeint, oder? Trinken hieße doch, aus dem Krug etwas in ein Glas gießen und dann anständig trinken. Aber so aus dem Krug - so etwas tut man nicht, hast Du uns auch immer ermahnt. Obwohl ja die Milch, direkt aus dem Krug oder der Flasche... Na ja, Du weißt schon.

Aber Saufen ist ja eine Form von Gier, nicht? Und der Krug ist ja - wie eigentlich alles bei den Sprichwörtern, ein Bild, eine Metapher. Und dann ist der Krug auf einmal viel größer und kann alles enthalten, nicht nur Flüssigkeiten. Und weil man damit immer und überall "flüssig" sein kann, ist heutzutage wohl Geld damit gemeint. "Je mehr er hat, je mehr er will: Nie schweigen seine Klagen still." So ähnlich, nicht? Der Indianer-Häuptling Seattle sagte mal, irgendwann werde der Weiße Mann merken, daß man Geld nicht essen könne - wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fisch gefangen... Wir haben über diesen weisen Mann öfter gesprochen, als ich immer nur Cowboy sein wollte.

Gier ist die Mißgeburt der Hure Wachstum, bei der  so viele Freier Schlange stehen. Ich finde, Wachstum ist das Unwort des neuen Jahrtausends. Für die meisten Menschen auf der Welt ist Wachstum dringend nötig bei Ernährung, Bildung, würdigen Lebensumständen. Aber doch nicht bei uns und den anderen Europäern, die jahrhundertelang auf Kosten ihrer Kolonien gelebt haben, und das bis heute noch tun - auch wenn es pro forma keine Kolonien mehr gibt.

Unser Krug scheint bald zu bersten, weil er so prall gefüllt ist, und sich immer mehr Säufer an seinem Inhalt verschlucken.

Und was fällt uns dazu ein bei Brecht?

2. Person Plural, Imperativ...




Freitag, 2. November 2018

A bedtime story







Wie man sich bettet, so liegt man


Oma, Deine Bilder waren prägend für unser frühes Bewußtsein. So wie die Märchen, die Du uns erzählt oder vorgelesen hast. Und je älter wir wurden, desto mehr erkannten wir, wie sich auch die Dimensionen Eurer Sprüche erweiterten vom Wörtlichgenommenen zum tieferen Bedeutungshintergrund.
Eigentlich hattest Du für jede erdenkliche Situation einen passenden Spruch parat. Da wir noch Respekt hatten, behielten wir es - zumindest verbal - bei uns, wenn wir mal davon genervt waren, und dachten uns nur unser Teil.
Aber später kamen uns immer häufiger Erinnerungen, wenn wir irgendetwas Unverständlichem, zunächst Verwirrendem begegneten. Ja, das ist doch genauso, wie Oma das damals sagte.
Bett und Liegen. Sich ins gemachte Bett legen, etwas einbetten, Bettgeschichten, Lotterbett, Bettensteuer in Kurorten, Wasserbett, Schlaflabor, der Film „Schlaflos in Seattle“ mit Meg Ryan und Tom Hanks. Hätte Dir auch gefallen, bestimmt.
Das Betten und das dann Liegen haben etwas mit Planung, Voraussicht, Verantwortung und Kalkül zu tun. Siehste woll, daran hättste vorher denken müssen/können. Haste ja schön hingekriegt. Schad’t Dir garnix.
Je nach dem Ergebnis des Niederlegens - Niederlage oder Triumph.
Karrieren auf der Kriechspur oder auf die harte, rücksichtslose Tour passen in das Präsentierkörbchen des Spruches, Bedauern, mitleidige Kommentare, kübelweise Häme oder ätzender Neid.
Auf Rosen gebettet oder hart gelandet - ein jeder kann sich so oder so wiederfinden.
Freilich ist heutzutage die Planung der späteren Bettlägerigkeit eine Frage des Designs, wie so vieles Andere im Speckgürtel des dickitalen Zeitalters.
Karrieren in Politik und Wirtschaft werden immer häufiger zu flotten Zweiern im selben Bett. Vom Souverän verliehene Mandate werden zu Tickets in die Lobby, soweit die Schamfrist des Wechsels noch wenigstens einen Faden Verbindung zur alten Seilschaft aufweist. Wissen ist Macht, und Macht macht Kapital. Marx spricht heute mehr denn je mit Engelszungen, und viele Zünglein an der Waage verdecken die Skala der Maßstäbe…

Freitag, 14. April 2017

Auch bei Fake News...

Requiem für Omas Sprüche:

Papier ist geduldig

                                                   






Ja, liebe Oma - Papier muß wirklich geduldig sein, wenn man bedenkt, wie  es aussieht, wozu man es verwendet und was schließlich wieder daraus wird.
Eigentlich müssen auch all die Bäume geduldig sein, aus denen Papier gemacht wird. Und traurig; denn sie kann man nicht wiederherstellen. Sie sind tot für alle Zeit.
Aber die Geduld des Papiers ist ja nicht nur so gemeint. Wenn man darauf schreibt, dann ist es dem Papier ganz egal, was da am Ende steht. Papier kann viel, aber nicht lesen. Und wehren kann es sich auch nicht. Deswegen darf man es aber nicht beschimpfen, wenn zum Beispiel so etwas wie die BLÖD-Zeitung darauf gedruckt worden ist. Genau so wenig  kann sich der beleidigte tote Fisch beschweren, wenn er darin eingewickelt worden ist.
Mit dem anderen Spruch, den wir auch mal von Dir gehört haben, wollte man wohl dem Papier einen kleinen Orden verleihen: „Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen“. Kann man; aber das Papier verliert seine Geduld ja nicht, und deshalb ist eine solche Ehrung eigentlich unverdient.
Aber die Leute, die etwas raufgeschrieben haben, können ordentlich verdienen. Und zwar, wenn sie ganz viel drauf drucken, und das dann auch in ganz kleinen Buchstaben. Du hättest die auch mit Deiner letzten Brille nicht mehr lesen können. Und Du hättest auch nicht mehr die Geduld gehabt, alles durchzulesen. Wir Jüngeren haben meist nicht genug Zeit. Und die , die das Papier bedruckt haben, wissen das genau. Und wenn man so ein Papier, zum Beispiel einen Vertrag, erst einmal unterschrieben hat, dann stehen das Kleingedruckte und die Unterschrift auch nach ganz langer Zeit noch immer da - unverändert. Denn Papier ist  ja …  -  wie gesagt…

Freitag, 7. Februar 2014

Namen sind Schall und Rauch

Dein Spruch, liebe Oma, stimmt im zweiten Teil nicht mehr so ganz, weil es Rauch eigentlich nicht mehr gibt. Der heißt jetzt Feinstaub und kommt aus Schornsteinen, Auspuffs und von Osterfeuern.
Und mit den Namen ist das auch so eine Sache.
Früher haben wir von dir gelernt, was Sache ist.
Aber jetzt kommt alles immer abgekürzt oder lateinisch. Da weiß dann keiner mehr, was gemeint ist, und das ist gemein. Die Gesellschaft als Gemeinschaft zeugt jede Menge Gemeinheit.
Wissen, wo's langgeht, ist aus der Mode gekommen.
Kannst du dir unter ESM, BSE, H3N4 was vorstellen? Nee, ich auch nicht. Aber eins ist ein Rettungsschirm, und die beiden anderen haben was mit Krankheit zu tun. ELSTER gibt's auch, und das heißt "Elektronische Steuererklärung". Da wird man am Computer vom Finanzamt gemolken. Kann man sich ganz leicht merken: 
Gioacchino Rossini: Die diebische Elster.
Aber sonst so?
Inklusion. Einschließung? Ja, aber kein Knast.
Reinklusion. Wieder-Einschließung? Ja, aber nicht für Wiederholungstäter.
MEM? Heißt "Mobile Ethnische Minderheit".
Ihr habt, glaube ich, "Fahrendes Volk" gesagt - aber das ist genauso verboten wie das Schnitzel mit der gleichnamigen Soße. Sind beide in Hannover schon umgetauft auf der Speisekarte der Regierungskantine. Das ist ein großer Fortschritt bei der Inklusion und läßt Migrationshintergründe einfach verschwinden. Und damit das auch in bildungsferne Schichten einsickert, ist BILD noch immer dabei.
Weißt du noch? Die hat zuerst mal zehn Pfennig gekostet. Aber jetzt ist sogar das völlig überteuert, was ganz billig ist...

Dienstag, 28. Januar 2014

Wer andern in der Nase bohrt...

..., ist selbst ein Schwein.
Das hast du immer gesagt, liebe Oma, wenn du uns beim Popeln erwischt hast.
Ich hab mir dann lange vorgestellt, das sei Populismus und was ganz Schlimmes. Und das dauerte ja auch so irre lange, bis man einen rundgerollten Nasenbewohner von seinem Wirtsfinger weggeschnippst hatte.
Aber als ich dann später merkte, daß der vierte Buchstabe in dem Wort kein e, sondern ein u ist, erinnerte ich mich nur noch an diese Hartnäckigkeit.
Auch Populismus ist unheimlich klebrig und schwer zu beseitigen. Sagen wenigstens die Politologen. 
Ursprünglich hieß das eigentlich nur Volksnähe und Rücksicht auf die Bedürfnisse des Volkes (lat. populus) zu nehmen. Irgendwie scheint das jetzt out zu sein (sagen wir heute, Oma, und damit meinen wir "stimmt nicht mehr".)
Aber du hast schon damals gemeint, die Politologen hätten nichts Besseres zu tun als Gutes zu verschlechtern...
Ich bin froh, daß ich wohl die Lust an der Wortspielerei von dir geerbt habe, und danke dir...

Freitag, 6. Juli 2012

Morgen war schon gestern


Requiem für Omas Sprüche





Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen


Ach, Oma, Du ahnst ja nicht, was alles mit unserer Sprache gemacht wird!
Nicht nur, daß Hearing etwas Anderes ist als der Fisch nach der Rechtschreibreform und nur „Anhörung“ heißt, sondern auch sonst. Das war ja nur Denglisch, ganz normal.
Aber nun geht es ans Eingemachte, an die Konserven, an das Konservative – ans Lateinische.
Du hast ja damals als eine der Ersten schon Dein Latinum gemacht und wärest sicher genauso amüsiert wie wir, die noch ein bißchen Ahnung davon haben.
Es gibt immer mehr Wörter, die aus dem Lateinischen geborgt (geguttenbergt) werden, damit keine Sau versteht, was damit gemeint ist.
Die neueste dieser Mißgeburten heißt „Prokrastination“.
Lego kennst Du ja noch. Bausteinchen, mit denen wir immer gespielt haben. 
Aus solchen Steinchen ist auch das neue Fremdwort zusammengesetzt. Es dauerte ein wenig, bis ich sie auseinandernehmen konnte:
cras heißt auf lateinisch morgen
pro ist die Vorsilbe für, vor, anstatt, vermöge, kraft und noch so manches Andere.
Prokrastination ist dann wohl so etwas wie „Vermorgenung“ oder „Vorvermorgung“. Crass, nicht?
Aufschiebung wäre natürlich natürlicher – aber halt zu deutsch und zu verständlich.
Ach ja - „Pro!“ gibt es auch noch als Interjektion (Zwischenruf) in der Bedeutung
                                    o!, ach!, wehe!

Und das trifft die ganze Sache wohl am besten, oder?



Montag, 14. Mai 2012

Ratschlagabtausch

Liebe Oma-
an gleich zwei Deiner Sprüche muß ich in letzter Zeit sehr oft denken : "Da ist guter Rat teuer" und "Kommt Zeit, kommt Rat".
Neuerdings kommt oft Unrat, und der kommt uns noch teurer zu stehen.
Auch Verrat gibt es an allen Ecken und Enden. 
Unternehmen lassen sich beraten und zahlen viel dafür.
Banken beraten ihre Kunden, und dieser Rat kommt mit der Zeit am teuersten.
Bei den Landesbanken - deshalb heißen die so - breitet sich der teure Rat über das ganze Land aus. Nein, Landrat ist was anderes.
Und manche Chefs der Landesbanken sind richtig komisch. Die wollen für den Unrat, den sie gemacht haben, noch belohnt werden. Aber einer von denen macht auch Nonnen. Wie das geht, weiß ich nicht. Vielleicht hat er ja bei der Vatikan-Bank gelernt.
Alle meine Freunde und Bekannten können das auch nicht verstehen. Nein, ist schon in Ordnung. Zu Deiner Zeit kam das noch nicht vor. Früher hießen die Banken meistens Sparkasse oder Spar-und Darlehenskasse. Da konnten die Leute sparen und sich auch mal Geld leihen für ein Haus. Das konnte man sich leisten, und mit der Zeit gehörte einem dann das Haus auch irgendwann. Kommt Zeit, kommt Haus.
Aber heute gehören immer mehr Häuser den Banken, weil die Hypotheken an andere verkaufen. Und die neuen Gläubiger fordern dann von den Häuslebauern das Geld auf einmal zurück. Aber die können das natürlich nicht auf einmal bezahlen. Und dann gehört ihr Haus der Bank. Daher sagt man auch Hausbank.
Wie das alles kommt? Ich weiß es nicht. Aber es ist alles legal, und das ist das Schlimme daran. Die Banken lassen sich von Juristen gut beraten, und die Volksvertreter machen dann ein Gesetz, das dazu paßt. Kommt Rat, kommt Geld...

Donnerstag, 25. November 2010

Eigener Herd ist Goldes wert

Weißt Du noch, liebe Oma, wie wir uns über den Brei-Verderber Koch unterhalten haben, der das ganz allein konnte?
Jetzt hat er einen neuen Herd, auf dem er noch besser abkochen kann. Er ist nämlich jetzt Chef bei einer ganz großen Baufirma. Die ist tüchtig und schafft ordentlich was weg. Zum Beispiel in Köln hat sie das Stadtarchiv mit ganz vielen Unterlagen einfach verschwinden lassen in einem U-Bahn-Tunnel, den sie gerade baute. Da ist der Koch in seinem Element: Untergrund, Verschwindenlassen, brutalstmögliche Auf- und Abklär-Werke. In dem Brei mag keiner mehr mitrühren, denn er ist ziemlich ungenießbar. 

Sonntag, 17. Mai 2009

Ein Unglück kommt selten allein

Ja, liebe Oma, hier geben wir Dir uneingeschränkt Recht. Wir haben eine Große Koalition und werden wohl im Herbst wieder eine bekommen.

Freitag, 21. Dezember 2007

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

Märchenhaft - wie Du es uns vorgelesen und erzählt hast, liebe Oma.
Und die Geschichte vom Häkchen, das sich beizeiten krümmen sollte, um ein Beamter werden zu können, fällt uns dabei auch wieder ein.
Aber heute ist das alles irgendwie anders. Anders gemeint und auch ausgedrückt.
Da hat mal ein Politiker gesagt, seine Partei wolle die "Lufthoheit über die Kinderbetten" haben.
Findest Du das nicht auch blöd?
Der mal die "Lufthoheit" über Deutschland haben wollte, war ein prominenter Nazi und hat euch ganz schön in die Sch...eune getrieben, weil die anderen die Hoheit hatten und euer Haus kaputtgemacht haben.
Aber heute darf ein Politiker sowas wieder sagen. Nur die Eva Herman haben sie plattgemacht.
Die hat was gesagt und sieht besser aus als unsere Kanzlerin. Und das ist unverzeihlich, beides.
Aber nun wird ja alles besser.
Hänschen wird von der Abnabelung bis zur Abnadelung lückenlos überwacht werden.
Gut zu wissen. Wir freuen uns darauf, öfter vom Staat Besuch zu bekommen. Und das wird ja auch Steuergelder einsparen. Die Damen vom Jugendamt können dann gleich unsere Computer-Ausrüstung in Augenschein nehmen - Modem an der Wand links unter Wohnzimmerfenster 1, Router separat auf Hocker in Ecke.
Es erspart unserem Innenminister längere Wege, und das gönnen wir ihm ja auch.
Von der Krippe, über die Vorschule bis hin zur Einschulung, bieten sich Impftermine an, Winz-Implantate anzubringen, mittels derer sich später Fernbleiben vom Unterricht, Aufenthalt in Dealer-Zonen etc. über GPS mühelos nachweisen lassen.
Die Kinder unserer Ministerin für Familie "und Gedöns" (so Putins prominentester Gasableser, als er noch Bundeskanzler war) sind aus dieser Phase heraus (oder hinaus?) gewachsen. Gut.
Oma, ich weiß nicht, ob du das verstanden hast. Ich glaub's ja selber kaum, aber das ist mein Problem. Laß trotzdem deine Wolke nicht schwarz werden. Wir sorgen schon dafür mit unserem Zeh-Oh-Zwo-Ausstoß.
Und laß erstmal die Inder und Chinesen so richtig autogeil werden...

Montag, 22. Oktober 2007

Viele Köche verderben den Brei

Tja, liebe Oma, das war einmal.
Heute genügt schon einer, wenn er Roland heißt, südlich von uns Ministerpräsident ist und gelegentlich gehessische Bemerkungen von sich gibt.
Einmal hat er "brutalstmögliche Aufklärung" gesagt, aber nichts damit gemeint.
Gemein, nicht?
Aufklärung ist gut. Aber brutalst ist unmöglich, das denkst Du doch sicher auch.
Da war schon mal so ein ministerialer Vorsitzender, der Oskar hieß.
Nein, nicht der Matzerath mit der Blechtrommel. Der konnte ja Glas zersingen.
Dieser andere Oskar konnte Blech reden, und daher saar er auch bald kein Land mehr...

Unrecht Gut gedeihet nicht

Ach, liebe Omi, jetzt müssen wir mal herzlich lachen! Nein, nicht über Dich natürlich.
Wir denken nur daran, wie ehrlich die Leute damals wohl gewesen sein müssen, die so etwas sagen konnten.
Heuschrecken waren für Dich noch geflügelte Insekten. Heuer verstehen wir darunter Leute, die vor nichts zurückschrecken. Und das einzige, was bei denen noch fliegt, sind Arbeitskräfte.
Als in Düsseldorf der Esser zum Vielfraß wurde, guckten viele Mannesmännchen in die Röhre, und ein Gewerkschafter nahm sie kräftig in den Zwickel. Und der Gentleman wußte, vodafone das kam. Aber Stockfischs Schrecken-Taufe müntete immerhin in gefühlte Empörung der getroffenen Betreffenden.
Heute sagen wir: Unrecht gedeihet gut!

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not

Oma, Du wirst gewiß immer trauriger, weil wir Deine Sprüche jetzt anders verstehen.
Aber Du mußt uns auch verstehen. Was habt Ihr damals denn damit gemeint?
Heute sagen wir: "Spare in der Not, dann hast Du Zeit dazu."
Komisch, nicht? Du weißt doch noch: Als Du damals das Streichholz anmachtest und nachschauen wolltest, warum das elektrische Licht nicht ging, hat die Versicherung die ganze Scheune bezahlt.
Aber mein Freund Gerd hat jahrzehntelang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt und kriegt bald nur noch Hartz IV. Nein, hat nichts mit dem Brocken im Harz zu tun. Dieser Brocken ist viel dicker und höher, ein echter Kotzbrocken. Der, nach dem das Ganze heißt, hat mal für Autos ganz viele leichte Mädchen organisiert, damit die Fahrzeuge beim Verkehr nicht immer gleich zusammenbrechen...