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Montag, 19. Juli 2021

Urteil des Paris 2.0

  


 

Vom subjektiven Opfer-Sein



„Das Schönschte in dere plaschtische Kunscht isch der Bruschtkaschte der Vänus von Milo“.
So formulierte einst ein schwäbischer Kunstprofessor.
Manche mögen dieser „luschtigen“ Sentenz schmunzelnd zustimmen.
In einem sonderlichen Prozeß vor einem Amtsgericht spielte diese Plastik allerdings eine ernstere Rolle.
Zwei Putzfrauen waren miteinander in Streit geraten, und die eine schleuderte der anderen ins Gesicht:
„Du Venus von Milo!“
Die Angesprochene fühlte sich beleidigt und verklagte ihre Kollegin.
Die Schimpfende wurde verurteilt zu einer Entschuldigung und einer Wiedergutmachung - in welcher Form, weiß ich nicht mehr. Ein Richter erklärte mir die verbürgte Geschichte anhand der Urteilsbegründung.
Der Tatbestand der Beleidigung sei nicht immer juristisch faßbar, sondern vom persönlichen Empfinden des sich beleidigt Fühlenden abhängig. Es sei insofern im geschilderten Falle unerheblich, daß es sich bei dem Vergleichsobjekt um eines der berühmtesten Zeugnisse der hellenistischen Kultur handele.
Nun versteht man auch, daß sich heute immer öfter Leute als Opfer empfinden können, weil sie mutmaßen, ihnen sei - ob oder von wem auch immer - Unbill widerfahren. Mit einem Hashtag (#) gelangen wir flugs ins Internet und erreichen Gleichgesinnte oder -gesonnene…

Sonntag, 20. Juni 2021

Im Sternenstaub auf den Doppelpunkt gebracht



 

"O du mein holder Abendstern" - die wunderschöne Arie des Wolfram von Eschenbach aus Richard Wagners "Tannhäuser". Wer kennt sie nicht.

Sensibel, ohne Frage. Wunderschön, interpretiert von allen Baritönern, die etwas auf sich halten.

Doch halt, etwas irritiert. Es fehlt im Text der Hinweis, daß es auch SternInnen gibt  oder Ster*ne, Ster:ne, Ster_ne. Nicht singbar, aber wir führen als mildernden Umstand an, daß Wagner noch nichts vom Mainstream wissen konnte, der im 21. Jahrhundert marodiert. Der "Fliegende Holländer" war seine wichtigste Affäre mit dem nassen Element.

Freuen wir uns, daß das Hamburger Senatorium sich des ProblemIns angenommen hat.

Doch es gibt noch viel zu tun; denn noch immer ist nicht geklärt, wie das Diverse als drittes Drittel der neuen Benamsungskultur schriftlich und beim Vorlesen durch die Nachrichtensprecher:*_I handhabbar gemacht werden könnte. Schade.

Aber Geld für Gutachten ist ja - nicht nur bei der Bundeswehr -  eigentlich immer recht locker zu streuen... 


 

Mittwoch, 2. Juni 2021

Politisch korrektes Graekum


  

 

Nun nennt man die Neu-Mutationen

nicht mehr nach den Herkunfts-Nationen.

Ganz antipathetisch

und graek-alphabetisch:

Nur so kann Korrektheit sich lohnen.


Dienstag, 2. März 2021

Beziffert, verzählt. Erzählung 2.x...


 
 
 
 
Diesen merkwürdigen Menüpunkt zeigte t-online gestern nur kurz .
Was, bitte, sollte er uns zeigen/sagen?
Ziffern sind Zahlenzeichen.
Kennziffern sind demnach auch Zeichen.
Zeichen für alle Zahlen, mit denen die Pandemie bisher beziffert wurde? 
Für R-Wert, für Inzidenz, für Erkrankte, Genesene, Gestorbene, zu erwartende Impfstoffe, für Geimpfte?
Intelligente Lösungen werden gefordert.
Aber die gibt es nur mit intelligenten Politikern!

Mittwoch, 27. Januar 2021

Mal Seen, Meer oder weniger...


                                             (Quelle: Postillon Newsticker, 27.01.21)

Der Klimawandel macht es möglich:

Auch Gletscher können outgesoßt werden...


Sonntag, 17. Januar 2021

Korrekturen


 Tributum Novum


„Don’t ask what your country can do for you, but ask what you can do for your country“.
John Fitzgerald Kennedy sprach diesen so gerne zitierten Satz in einer seiner berühmten Reden.
Mögen wir vieles beklagen, was aus den USA zu uns herüberschwappte, hier sollten wir einmal beifällig nicken. Ja. Wir sollten einmal etwas tun für unseren Staat. Für unser Land, wie es ja eigentlich ursprünglich gemeint war.
Land – Staat? Ein jeder gehe in sich, erschrecke jedoch nicht, wenn er niemanden antrifft. Die Definition sei jedem selbst überlassen. Sind Staat und Land miteinander vereinbar?
Stadt und Land sind gegensätzlich belegt in unserer Automatik, alles zu kategorisieren.
Staat – Dein Staat, das bekannte Unwesen – so blödelten die 68er.
Merkwürdig, daß wir heute kaum noch Empörung empfinden können über diese aufmüpfige Silben-Bastelei. Oder wollen wir es gar nicht mehr?
Momentan ist in, mit unserem Land so gar kein Staat zu machen. Das ist eine beklagenswerte Situation, die aber nicht von ungefähr entstanden ist.
Allzu viele Entwicklungen haben sich vollzogen oder sind absehbar, die den treuen Optimisten unseres neuen, größer gewordenen Deutschlands Skepsis nahe legen.
Die EU-Richtlinien, die in nationales Recht umgesetzt werden müssen, werden als Entmündigung empfunden.
Auch im nationalen Bereich gibt es reichlich Grund für Unmut. Die aus den USA herübergewehte „Political Correctness“ fand in unserer Gesetzgebung das Ergebnis des „Anti-Diskriminierungsgesetzes“. BILD machte sich genüßlich die Mühe, am Tag nach der Verkündung des Gesetzes noch einmal Beispiele der Witze zu bringen, die wir künftig nicht mehr erzählen dürfen, ohne Gefahr zu laufen, vor den Kadi zitiert zu werden.
Wir werden, wir müssen es lernen, die versuchte Abschaffung des Witzes geschickt zu umschiffen.
Wir werden uns politisch korrekte, alternative Bezeichnungen ausdenken müssen für inzwischen justiziabel gewordene alte Begriffe. Packen wir’s an.
Es dürfen noch Witze gemacht werden über Bayern, Ostfriesen, Beamte und Politiker.
Und nun ist unsere Kreativität gefragt für unverfängliche Attribute zu diesen Schonräumen:
Es darf Witze geben über: weibliche, behinderte, lesbische, schwule Bayern, Ostfriesen, Beamte und Politiker.
Aber wie umgehen wir politisch korrekt das Verbot der rassistischen Verunglimpfung?
Da dürfen wir auf einen breiten Fundus der Preußenwitze der Bayern und der Bayernwitze der Preußen zurückgreifen.
Um Migranten in diesen Schutzraum einzubeziehen, bedarf es nur geringfügiger Modifizierungen:
„Kommt Xaver Öztürk zum Einwohnermeldeamt…“
„Osama bin Bayer trifft eine Blondine…“


(Heinrich Baumgarten, irgendwann zwischendurch)

Mittwoch, 25. November 2020

Dengel, dengel, dengel, dengel.- (nicht von Torfrock)


 

 

Neue Verständigungshilfen nach vollzogenem Brexit...

 

Urheberrecht = Clocklifterright

Zylinderkopfdichtung = Tophat Head Poetry

Schirmherrschaft = Umbrellasirship

Schonhaltung = Alreadyholding

Samstag, 3. Oktober 2020

Hämophobie

(Quelle: Internet, was sonst?)

Daß im Deutschen Nominativ und Akkusativ des Neutrums identisch sind, schenkt uns die Möglichkeit, Subjekt und Objekt beliebig zu positionieren.

"Das Virus hat Trump erwischt": 

"Wer oder was hat Trump erwischt?" 

Das Virus = Subjekt.

"Wen oder was hat Trump erwischt?"

Das Virus = Objekt.

Also interpretierbar und frei von Häme, wenn man will.

Daß unser aller Gedanken beim Virus sind, wird ja täglich kommuniziert. Und durchhalten müssen wir, klar...
 

Freitag, 25. September 2020

"Am oder mit" - das ist hier die Frage...

(Quelle: ZEIT Online, 25.09.20)

 

 Am Virus oder mit dem Virus? 

Mit diesen beiden Bedeutungshintergründen ist wohl sehr viel statistischer Unfug betrieben worden, oder?

Dienstag, 12. Mai 2020

I break together!



Heute gesehen - konnte mich gerade noch festhalten. Konnte mich nicht überwinden, ins Magazin zu schauen, um festzustellen, wieviele Geschosse es enthält. Aber die Wirkung hat es gezeigt.
Die Wissenschaft vom Zusammenbrechen, vom Zusammenbruch. Finger am Ruhepuls der Coronazeit?
Auf jeden Fall etwas Neues. Tröstlich...

Freitag, 22. November 2019

Ein verschissener Schlimmerick



Als Neubegriff gibt's den Verschissmus,
den kennen ein jeder gewiß muß.
Man schreibt, wie man spricht,
sonst schafft man ihn nicht,
den kindlichen Erst-Klassizismus...

Die Zukunft anbohren?

(Quelle: Wo Werbung Platz hat...)

Unboring - entlangweilen - ein neues denglisches Wort zur Förderung der E-Mobilität.
Klingt ein wenig peuscheuert, aber macht nichts. Alles ist erlaubt, was den E-Hype befeuert.
Allenthalben wird geworben und berichtet. In derselben Nachrichtensammlung eines Tages steht, der Verkauf der E-Autos breche massiv ein, steige aber enorm. 200 Modelle stehen zur Verfügung, reichlich neue Batterie-Fabriken werden errichtet, obwohl die asiatischen Hersteller inzwischen schon quasi Monopolisten sind. Aber, wer verschlafen hat, versucht gerne, dann durch Hyperaktivität alles wieder gutzumachen, anstatt etwas gut zu machen. So weit, so gut. Aber besser wäre melior...

Freitag, 20. September 2019

Spaltpilz-Syndrom

(Neueste Twitter-Äußerung des GröP der USA)


Schlimmer, als im Deutschen das "brauchen ohne 'zu' zu gebrauchen" gilt im kultivierten englischen Sprachraum das Spalten von Infinitiven als Lapsus.
Das bedeutet, zwischen dem Einleitungswörtchen"to" und dem folgenden Verb ein Adverb einzufügen. Und das bezeichnet man als "split infinitive" = gespalteter Infinitiv".
Ein britischer Linguist und Purist (Name ist mir entfallen, aber das gestatte ich mir) sagte vor einigen Jahren:
"I would never go dining with a person using split infinitives!"
Boris Johnson würde das kaum passieren. Er ist ein gebildeter Mann.
Donald Trump ist ein sprachlicher Prolet.
Daß beide psychopathische Narzißten sind, schließt sie zugleich ein und aus.
Schrödingers Katze lebt doch (ein wenig noch - oder auch nicht, wenn wir erst einmal die Kiste aufmachen nach Urteilen oder Wiederwahlen, oder so...)

Mittwoch, 26. Juni 2019

"Ein Faß aufmachen"




(EJZ, 26.06.2019)
 "Konrad", sprach die Frau Mama, "ich geh' aus, und du bleibst da"...
Struwwelpeter, lange her und politisch katastrophal inkorrekt, sowieso.
Aber als Politiker-Bullshit ein wunderbares Beispiel für beschwichtigende/verschleiernde Wortschöpfungen.
"Konradgängigmachung" wäre dann das passende
Konstrukt für die revolutionäre Taktik...


Und dann wieder das geistige Kriechgas...
(Quelle: T-Online, 26.06.2019)

 

Dienstag, 25. Juni 2019

Tanken - ein Anreiz?

Ja, ist das denn die Possibility?
Stromtankstellen sollen Anreiz sein, elektromobil zu werden?
Ich kann mich nicht erinnern, je ein Kfz erworben zu haben, weil es Tankstellen gab.
Aber wir lernen ständig dazu, und vielleicht sind wir Grufties halt nur a bisserl begriffsstutzig.
Natürlich - der Strom macht den Wandel, wenn er verstärkt zapfbar wird.
Ein neues Gate wird aufgesperrt - rein elektrisch... 

Montag, 10. Juni 2019

Digitaler Stil


Wie tut er gut, der Fingerhut,
den Fingern, allen zehnen!
Das möcht ich hier, ganz aktuell
und öffentlich erwähnen.
Der mittlere, "der schlimme",
erhebt gern seine Stimme -
ganz unverhofft und unverzagt.
Hält er nicht seinen Schnabel,
wird manches, was er dabei sagt,
mitunter justiziabel.
Doch trägt er einen Hut,
wird alles plötzlich gut:
Was früher proletarisch,
wird nun ganz exemplarisch
vom einstmals Analogen
ins Digital gebogen.
Nun ist es klar, weil's so normal is:
Der Fingerhut heißt Digitalis!






 


Montag, 11. März 2019

Deutsche Bahn wird akademisch


(Quelle: EJZ, 11.03.2019)


 "Cum tempore", abgekürzt c.t. - so wurden früher an den Universitäten Veranstaltungen markiert, die, im Vorlesungsverzeichnis zur vollen Stunde angezeigt, aber erst eine Viertelstunde später tatsächlich begannen. Das nannte man "das akademische Viertel".
Diese heute schrullig wirkende Praxis macht sich nun die Deutsche Bahn AG auf akadämliche Art zunutze, ihre Verspätungsbilanz zu schönen.
Schöne neue Zeitrechnung - man könnt sich ja sonst nix einfallen lassen. Einfälle sind nicht nur Ideen, sondern auch Schäden am Bau, ob Unter- oder Oberbau. Katze im Sackbahnhof oder kreatiefer Sturz in die Stuttgart - 21 - Baugrube?
Die Bahn wird sich bei Philosophen und Zeitarbeitern Berater leyen müssen...